Ratgeber Immobilienbewertung
Welche Unterlagen brauchen Sie beim Verkauf einer geerbten Immobilie?
Wer eine geerbte Immobilie verkaufen möchte, stößt schnell auf eine praktische Frage: Welche Unterlagen werden eigentlich gebraucht – und was davon ist wirklich schon vor dem ersten Gespräch nötig? Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten Dokumente nach Kategorien und zeigt, wo fehlende Unterlagen beschafft werden können.
Inhaltsverzeichnis
Unterlagen zu Erbschaft und Eigentum
Diese Nachweise klären, wer über die Immobilie überhaupt verfügen darf.
- Erbschein oder eröffnetes Testament beziehungsweise Erbvertrag als Nachweis der Erbfolge
- Aktueller Grundbuchauszug
- Bei mehreren Erben: Nachweis der Erbquoten und gegebenenfalls Vollmachten der übrigen Miterben
Passende Weiterführungen
Unterlagen zur Immobilie selbst
Diese Dokumente betreffen unabhängig vom Erbfall jede Immobilie, die verkauft werden soll.
- Grundrisse und Wohnflächenberechnung
- Energieausweis
- Bauunterlagen beziehungsweise Baugenehmigung
- Nachweise zu durchgeführten Modernisierungen
Zusätzliche Unterlagen bei vermieteten Immobilien
Ist die geerbte Immobilie vermietet oder handelt es sich um eine Eigentumswohnung, kommen weitere Unterlagen hinzu.
- Aktueller Mietvertrag und relevante Nebenkostenabrechnungen
- Bei Eigentumswohnungen: Teilungserklärung, Wirtschaftsplan und letzte WEG-Protokolle
Passende Weiterführungen
Achtung / Einschränkung
Welche Unterlagen fehlen in der Praxis am häufigsten?
Bei geerbten Immobilien fehlen in der Praxis regelmäßig dieselben Dokumente – meist, weil sie über Jahre nicht aktiv gebraucht wurden.
- Energieausweis: bei älteren Erbimmobilien häufig gar nicht vorhanden
- Aktuelle Wohnflächenberechnung: oft veraltet oder nur grob geschätzt
- Modernisierungsnachweise: Rechnungen oder Protokolle wurden nicht aufgehoben
- Bei mehreren Erben: uneinheitliche oder fehlende Vollmachten
Muss alles vor dem ersten Maklergespräch vorhanden sein?
Nein. Ein erstes Gespräch kann häufig bereits stattfinden, bevor sämtliche Unterlagen vollständig vorliegen. Für einen strukturierten Verkaufsprozess sollten fehlende Dokumente anschließend zeitnah geklärt werden – spätestens vor der notariellen Beurkundung werden zentrale Nachweise ohnehin benötigt.
Wo Sie fehlende Dokumente erhalten
Die meisten fehlenden Unterlagen lassen sich nachfordern – das kostet etwas Zeit, ist aber deutlich besser als ein Verkauf auf unsicherer Grundlage.
- Erbschein: beim zuständigen Nachlassgericht (Amtsgericht)
- Grundbuchauszug: beim zuständigen Grundbuchamt oder über den Notar
- Energieausweis: bei einem Energieberater oder Aussteller
- Bauunterlagen: beim Bauamt der zuständigen Gemeinde
- WEG-Unterlagen: bei der zuständigen Hausverwaltung
Ihre persönliche Unterlagen-Checkliste
Welche Unterlagen in Ihrem konkreten Fall bereits vorhanden sind und was als Nächstes sinnvoll ist, hängt von Ihrer individuellen Situation ab – etwa davon, ob Sie Alleinerbe sind, wie viele Miterben beteiligt sind und wie die Immobilie aktuell genutzt wird.
Handlungsplan weiter ausfüllen
Ihre Angaben zum Erben-Kompass bleiben erhalten – Sie können jederzeit weitermachen.
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